„Riesenerlebnis, ein richtig cooler Abend“

Von Steffen Grün

Nur der zweite Schuss auf das rechte untere Loch sowie der dritte und letzte Versuch auf das linke obere Loch verfehlten ihr Ziel, unter dem Strich versenkte Denis Krug die Kugel am vergangenen Samstag also viermal in der legendären ZDF-Torwand. Der Kicker des SV Unterweissach trat damit unter anderem in Ralf Rangnicks Fußstapfen. Der Sportdirektor von RB Leipzig, der damals noch die TSG Hoffenheim trainierte, schaffte vier Treffer im Aktuellen Sportstudio vom 9. Mai 2009. Über diese Marke kam zum Beispiel auch Franz Beckenbauer nie hinaus, seit 1964 waren nur acht Gäste fünfmal erfolgreich – darunter Rudi Völler und Günter Netzer. Unsere Zeitung sprach mit dem 23- Jährigen über den starken TV-Auftritt.

Vier Treffer sind ohne Zweifel richtig gut. Trotzdem: Noch zwei Stück mehr und Sie wären der erste Gast im ZDF-Sportstudio gewesen, der alle sechs Schüsse in der Torwand versenkt. Ärgern Sie sich, dass Sie dieses Kunststück nicht geschafft haben?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin mit den vier Treffern absolut zufrieden, zumal ich bei den Probeschüssen vorher sehr selten getroffen habe. Zudem wurden die Hände schon etwas schwitzig, als mich Moderator Sven Voss gegen Ende der Sendung zu dem Duell an der Torwand mit dem Handball-Bundestrainer Christian Prokop nach vorne bat.

Welche Eindrücke bleiben Ihnen von dem Blick hinter die Kulissen in Erinnerung?

Es war ein Riesenerlebnis, ein richtig cooler Abend – nicht nur wegen dem Torwandschießen. Ich fand Urs Meier (ehemaliger Fifa-Schiedsrichter und aktueller ZDF-Experte, d. Red.) sehr sympathisch, wir haben uns gut unterhalten. Mit Christian Prokop blieb dafür wenig Zeit, er kam recht spät.

Anders als Mario Marinic (TSG Backnang), Marek Zeich und Mergim Collaku (damals beide FC Viktoria), die sich wie Sie mit tollen Toren über die Fupa-Hartplatzhelden qualifizierten, haben Sie ihr Duell an der Torwand gewonnen. Was gibt’s dafür?

Für den Tagessieg gibt es 1000 Euro und einen Trikotsatz für meinen Verein, den SV Unterweissach. Am Saisonende darf ich zum Finale mit allen Tagessiegern noch einmal nach Mainz, dann geht es um ein Depot mit einem Anlagevolumen von 25000 Euro.

Wie ging es nach der Sendung weiter?

Wir haben noch in Mainz in einem Hotel übernachtet und sind dann am Sonntagmorgen gegen neun Uhr losgefahren, um pünktlich zum Bezirksligaspiel gegen Remshalden wieder zu Hause in Unterweissach zu sein.

Das Heimspiel gegen den Tabellenführer endete für den SVU mit einer bitteren 0:6-Niederlage. Erst das tolle Erlebnis, dann diese Enttäuschung – wie war das für Sie?

Das hat meine gute Laune ziemlich getrübt, das war schon ernüchternd. Wir wollen es nächsten Samstag in Oberbrüden unbedingt wieder besser machen, denn bislang können wir mit der Saison eigentlich zufrieden sein.

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            Perfekte Haltung, zielsichere Schüsse: SVU-Fußballer Denis Krug versenkte vier seiner sechs Versuche in der Torwand. Foto: Imago<br />
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